Ju Jitsu/Jiu Jitsu ist ursprünglich eine japanische Kriegskunst, die von den Samurai beim Verlust der Waffe zum Angriff oder Verteidigung genutzt wurde. Das japanische Ju bzw. Jiu bedeutet auch “weich, nachgiebig oder flexibel” – die Silbe Jitsu „Kunst oder Methode“. Heutzutage wird Jiu Jitsu daher auch oft als “sanfte Kunst” oder „Siegen durch Nachgeben“ bezeichnet. Klingt gut, kann aber nicht unbedingt vom Angreifer bestätigt werden…

Ziel des Jiu Jitsu ist es, einen oder mehrere Angreifer möglichst effizient unschädlich zu machen. Dies kann durch Schlag-, Tritt-, Stoß-, Wurf-, Hebel- und Würgetechniken geschehen, indem der Angreifer unter Kontrolle gebracht oder kampfunfähig gemacht wird. Dabei wird beim Jiu Jitsu nicht Kraft gegen Kraft eingesetzt, sondern die Kraft des Gegners gegen ihn selbst verwendet. Jiu-Jitsu wurde so entwickelt, dass Geschlecht, Größe oder Gewicht keine Rolle bei der Effektivität spielen.

Moderne SV-Systeme wie z.B. Krav Maga nutzen diverse Jiu-Jitsu-Techniken in ihrem Programm und selbst „alte“ Systeme haben in der modernen Selbstverteidigung Techniken davon übernommen, um den Umständen gerecht zu werden. Judo, Aikido, Brazillian Jiu Jitsu und das deutsche Ju Jutsu sind aus alten Jiu-Jitsu-Stilen entwickelt worden.

Jiu-Jitsu eignet sich hervorragend als Einstiegstraining – hier lernt man die meisten Bereiche der Kampfsportarten kennen. Wenn Sie generell an Kampfsport interessiert sind sollten Sie mit Jiu-Jitsu beginnen. Hier bemerken Sie sehr schnell, was Ihnen am meisten Spaß macht. Aber Vorsicht: Bei Gefallen Suchtfaktor!

Auf unserer Webseite www.jiu-jitsu-duesseldorf.de können Sie sich zu einem Probetraining anmelden.

Wie in vielen der asiatischen Kampfkünste ist die genaue Herkunft des Ju Jitsu heute kaum mehr eindeutig nachzuvollziehen. Historisch gesichert kann man seine Entstehung in den Zeitraum von 1600 – 1868 in Japan einordnen. Ursprünglich war Jiu Jitsu unter verschiedenen Bezeichnungen wie Yawara, Aiki Jutsu, Kempo und Tai Jitsu bekannt. Es diente den Samurai als Angriffs- und Verteidigungssystem beim Verlust ihrer Waffe im Kampf.

Es gab unterschiedliche Stile, da viele Clans ihren eigenen Stil mit zum Teil geheimen Techniken lehrten. Erst Jigaro Kano, Schüler und Meister mehrerer verschiedener Jiu-Jitsu-Stile, klassifizierte diverse Techniken und reformierte das Ju Jitsu.

In Europa gibt es zwei Schreibweisen und auch zwei Ausrichtungen: Ju Jitsu und Jiu Jitsu. Beides bedeutet das Selbe und ist eigentlich nur eine andere Transkription der ersten Silbe.
Inhaltlich unterscheiden sich aber doch beide Systeme häufig. So sind viele Trainingsinhalte im heutigen modernen Ju Jutsu sehr judolastig bzw. aufgrund früherer Intentionen den Anforderungen der Polizei angelehnt. Im modernen Jiu Jitsu dagegen hat man einen Hybrid aus alten Ju Jutsu/Judo-Techniken, Karate und Aikido. Reinrassige Ju Jutsu Techniken findet man nur in den Ryu (alten Schulen).

Im Sportzentrum-Düsseldorf wird modernes Jiu Jitsu und klassisches Ryu Ju Jutsu gelehrt – bezogen auf moderne Bedrohungen eines oder mehrerer Agressoren.

Training

Neben allgemeiner Fitness (Aufwärm- sowie Dehnübungen und Konditionstraining) gehört die sogenannte Fallschule (Ukemi) zum Grundbestandteil des Unterrichts – sie dient als Voraussetzung für ein verletztungsarmes Training.

Innerhalb des Kernunterrichtes erlernt der Schüler verschiedenste Schlag- und Tritttechniken sowie die Anwendung von Würfen, Hebeln und Festlegetechniken sowie effektive Verteidigungstechniken gegen einen oder mehrere Angreifer.

Weitere Trainingsbestandteile sind Bodenkampf und Techniken mit Gegenständen/Waffen (Stock, Schirm, Schlüssel etc.) – sowohl als Mittel zum Zweck oder gegen sie zur Abwehr.
Eigentliche Wettkämpfe werden nicht ausgeführt – allerdings findet eingeschränktes d.h. regelmentiertes Sparring mit Schutzausrüstung statt.

Fragen und Antworten

Ich habe gehört, es wird sehr viel Wert auf Tradition gelegt?
Statt von Tradition sollte man eher von Respekt reden: Der gegenseitige behutsame Umgang untereinander gewährt ein verletztungsfreies Training. Dazu gehört auch das gegenseitige Verbeugen, dass man häufig bei fernöstlichen Kampfsportarten sieht. Der Partner ist kein Gegner, sondern hilft einem selbst bei der Weiterentwicklung – man dankt ihm also. Auch die (kurze) Begrüßung am Anfang ist eher ein gemeinschaftliches Ritual, dass zur Sicherheit dient: man schaltet das Private ab und widmet seine Konzentration dem Training. Am Ende des Trainings ist es dann andersherum – man wird wieder privat…

Warum trainiert man in Judo-/Jiujitsu-Anzügen?
Tatsächlich kann man in jeder Kleidung Jiu Jitsu trainieren – allerdings sind diese Anzüge in ihrer Robustheit bewährt. Ein Gi – so heißen diese Anzüge – halten jahrelang den härtesten Beanstandungen aus – ein Tshirt kann schon nach einer Technik kaputt sein. Und überhaupt: beim Fussball oder joggen trägt man ja auch bestimmte funktionale Sportkleidung, oder?

Ich habe gehört, die Techniken haben japanische Begriffe?
Jein – die Techniken werden sowohl deutsch als auch japanisch benannt. Tatsächlich sind die japanischen Begriffe oft deutlicher in der Bezeichnung, wenn man die einzelnen Begriffe versteht. Im Laufe der Zeit verinnerlicht man die Begriffe genauso wie bei anderen Sportarten, die englische Idiome verwenden.

Im Judo und Brazillian Jiu Jitsu macht man viel Bodenkampf – im Jiu Jitsu auch?
Tatsächlich gibt es auch viele Techniken am Boden bzw. für den Bodenkampf im Jiu Jitsu-Training – der primäre Schwerpunkt liegt aber im Kampf im Stand gegen einen oder mehrere Gegner. Wenn ein Jiujitsuka – so nennt man die Trainierenden – am Boden kämpfen muss, hat er was falsch gemacht – so sagen wir. Warum? Wir gehen immer davon aus, dass ein Idiot selten alleine kommt. Sprich, wenn wir uns mit einem Angreifer am Boden beschäftigen, sind andere Angreifer in der Lage uns zu attackieren und zu verletzen. Das sollte vermieden werden. Daher dient der Bodenkampf im Jiu Jitsu zur Ergänzung für den Fall der Fälle und zum Powertraining.

Mir macht das Fallen Angst!
Die meisten Übungen aus der Rubrick Fallen sind eher Rollübungen. Nur wenige Übungen sind dann direktes Fallen wie Sturz nach vorne oder hinten oder der Fall nach einem Wurf. Anfänger werden sehr behutsam und mit viel Geduld an die Fallschule herangeführt. Aber als Motivation sollte man immer daran denken: „Der Mensch ist zum Aufstehen gemacht“ und nur wer nach einem Sturz aufsteht, kann auch weitermachen oder weglaufen…

Impressionen

Erst mit Hebel zum Boden, dann mit Hebel halten

Mit Hebel zum Boden, dann mit Hebel halten

Fixierung nach Wurf am Boden

Fixierung nach Wurf am Boden

Sparring mit Handschutz

Sparring mit Handschutz – tut auch weh 😉

Sparring - Wurf gegen Tackling

Wurf gegen Tackling

Geknieter Roundhouse-Kick gegen einen Schlag

Geknieter Roundhouse-Kick gegen einen Schlag

Jujutsu - Armhebel oder auch Armbar/Armlock genannt

Armhebel oder auch Armbar/Armlock

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Genickehebel und Armbeugehebel

Jujutsu - Beginn Übergang Wurf in Fixierung nach Kontertechnik

Wurf mit Fixierung nach Konter

Abschluß Bodenkampf - Armbeugehebel am Boden

Abschluß Bodenkampf – Armbeugehebel am Boden

Skills

  • Fitnesslevel:  mittel bis hoch
  • Selbstverteidigungseffekt:  mittel – hoch
  • Bandbreite Techniken: hoch
  • Techniken mit traditionellen Waffen
  • Schnell erlernbar in Basistechniken
  • Hohe Beweglichkeit
  • Kampfkunst mit langer Tradition
  • Prüfungen: Ja
  • Lehrgänge national und international: Ja

Ausrüstung:

Anfänger:

  • bequeme Sportkleidung
  • Judo/Jiujutsu-Gi
  • Hakama

 

Fortgeschrittene:

  • Ausrüstung wie oben sowie
  • Protectoren
  • Kampfsport-Schutzhelm
  • Übungswaffen